Vivendi-Erben spielen mit 320'000 Arbeitsplätzen
publiziert: Mittwoch, 3. Jul 2002 / 20:04 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 3. Jul 2002 / 23:58 Uhr

Paris - Die Notoperation bei Vivendi Universal hat am Kopf angesetzt, wird aber die Glieder nicht verschonen. Sechs Jahre hat «Wunderknabe» Jean-Marie Messier zusammengekauft, was nicht zusammen gehörte. Jetzt stehen Teilverkäufe an, an denen auch die Kudelski-Gruppe interessiert ist.

Neben der Umweltsparte, die 6000 französische Kommunen mit Wasser versorgt, zählen Mobilfunkanbieter, Musikproduzenten, Kino-Studios und Satelliten-Sender auf beiden Seiten des Atlantiks zu Vivendi Universal.

320'000 Arbeitsplätze auf dem Spiel

Das müssen Messiers Erben nun entflechten - unter Zeitdruck und mit einem Verlust von 13,6 Mrd. Euro (fast 20 Mrd. Fr.) allein im vergangenen Jahr im Rücken. Das Schicksal von 320'000 Beschäftigten liegt in ihren Händen.
«Der Mann, der 72 Mrd. Euro gekostet hat», titelt die jüngste Ausgabe des Magazins «Le Point» über dem Foto des blauäugigen Messier. Der «Figaro» bescheinigt dem 45-jährigen Machertyp Anfälle ökonomischer «Bulimie».

Das Vertrauen an den Börsen ist dahin. Die Rating-Agenturen Moody´s und Standard and Poor´s senkten ihre Einschätzung für die Vivendi-Kreditwürdigkeit auf Werte, die sonst nur Pleitefirmen bekommen.

Schwierige Aufgabe für Sanierer

Den Sanierern der Nach-Messier-Ära stehen schwere Schnitte bevor. Sowohl der Bezahl-Fernsehsender Canal Plus als auch die Internet-Plattform Vizzavi sind stark defizitär. Mit grossem Türenschlagen hat Messier Canal-Plus-Chef Pierre Lescure erst im April rausgeworfen. Tausende Beschäftigte gingen damals für Lescure und seine Politik grosszügiger Film-Subventionierung auf die Strasse.

Zu den Sanierern, die nun zum Zuge kommen könnten, gehört der ehemalige Fox-Direktor Barry Diller. Als Messier vor sechs Monaten für 10,3 Mrd. Dollar Dillers Satelliten-TV-Netzwerk USA Networks an Land zog, wurde der alte US-Kino-Stratege Chef von Vivendi Entertainment.
Auch die kanadische Unternehmerfamilie Bronfman, die bei der Fusion ihres Alkoholika-Konzerns Seagram Ende 2000 bei Vivendi an Bord ging, kann nun bei der Umgestaltung mit Hand anlegen. Sowohl Diller als auch die Bronfmans können dazu beitragen, dass der Vivendi-Konzern bei seinem transatlantischen Spagat nicht vollends untergeht.

Kudelski interessiert sich für Teilbereiche

Die Waadtländer Kudelski-Gruppe verfolgt die Turbulenzen bei Vivendi Universal aufmerksam und interessiert sich gegebenenfalls für Teile des Mischkonzerns. Vivendi Universal hält rund 10 Prozent an EchoStar, der Nummer Zwei auf dem US-Markt für Satellitenfernsehen und grösster Abnehmer von Kudelski-Decodern.
«Wir interessieren uns für Technologiebereiche von Vivendi Universal. Es ist aber noch zu früh, mehr dazu zu sagen», sagte Unternehmenschef André Kudelski am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Echostar soll mit Hugues fusionieren, die den führenden US-Satellitenfernsehanbieter DirecTV konrolliert. Kudelski als Hersteller von digitalen Zugangssystemen will seinen Grosskunden bei der 5,5 Mrd. Dollar schweren Fusion unterstützen und hält hierzu 475 Mio. Dollar bereit.
Kudelski habe schon vor einem Jahr gesagt, dass es zu einer Konsoldierung auf dem Markt für Digitalfernsehen kommen werde. Sie sei jetzt im Gang, sagte Kudelski.

(gä/sda)

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