Gesundheitswesen
Hochgebirgsklinik in Davos deponiert die Bilanz
publiziert: Mittwoch, 11. Sep 2013 / 13:40 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 11. Sep 2013 / 14:32 Uhr

Davos - Wieder eine Hiobsbotschaft für den Bündner Höhenkurort Davos: Die Hochgebirgsklinik deponiert nach über 100 Jahren die Bilanz. 200 Arbeitsplätze sind stark gefährdet. Die Behörden in Graubünden wurden von der Pleite völlig überrascht.

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Er sei «schockiert», sagte der Bündner Gesundheitsdirektor Christian Rathgeb am Mittwoch in Chur. Die Kantonsregierung hatte erst am Tag davor vom Konkurs der Hochgebirgsklinik erfahren. Es müsse alles unternommen werden, um wenigstens gewisse Bereiche der Klinik weiterzuführen, sagte Rathgeb.

Claus-Michael Denk, Stiftungspräsident der Hochgebirgsklinik, sagte der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage, er hoffe, die Schliessung der Klinik erfolge erst auf Jahresende. Aber das sei eine Entscheidung des Konkursverwalters. Einen Sozialplan für das Personal gibt es nicht.

Banken glaubten nicht mehr an die Zukunft

Nach Denks Angaben glauben die Banken nicht mehr an die Zukunft der Klinik. Der Klinik zu schaffen machte, dass die deutschen Versicherer sparen und die Patienten nicht mehr ins Gebirge zur Rehabilitation schicken.

Zudem wirkte sich die Frankenstärke gegenüber dem Euro unvorteilhaft aus. All das schlug sich auf die Pflegetage nieder, deren Zahl in den vergangenen Jahren von 77'000 pro Jahr auf aktuell 44'000 sank, wie Denk erklärte.

Die Hochgebirgsklinik Davos gehört einer Stiftung, die aus dem Verein «Deutsche Heilstätte in Davos» hervorging und nach dem Zweiten Weltkrieg in eine Stiftung schweizerischen Rechts umgewandelt wurde. Das erste Sanatorium wurde 1901 eröffnet.

Patienten auf die Strasse gestellt

Davos musste in den vergangenen Jahren einige Klinikschliessungen verkraften. 2004 gaben drei von sieben auf. Die Alexanderhausklinik stellte die Patienten sogar buchstäblich auf die Strasse, der Davoser Ärzteverein schrieb von einem «menschenverachtenden Vorgehen».

Verblieben sind zwei Rehabilitationskliniken, die Zürcher Höhenklinik Davos und das Niederländische Asthmazentrum.

1950 waren im Bündner Höhenkurort 24 Sanatorien beheimatet. Die Höhenkliniken machten Davos gross und bekannt und prägten das Ortsbild. Neue Medikamente vor allem gegen Tuberkulose und Asthma verdrängten das Alpenklima als Therapie.

 

(tafi/sda)

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